RADONWASSER – HEILSAME ENERGIE AUS DEM INNERN DER ERDE
Das, was aus einem bestimmten Standort einen Kurort macht, ist eine konkrete natürliche Heilquelle. Es gibt Luftkurorte, Kurorte mit thermalen Mineralwasserquellen, Moorbäder u.ä. Das Heilbad Joachimsthal AG ist mit seiner natürlichen Heilquelle völlig einzigartig und abweichend. Es heilt mittels Radonwasser, das im Unterschied zu anderen Quellen keine chemischen, sondern energetische Wirkungen mit sich bringt.
Die einzigartige Quelle dieses natürlichen Reichtums ist in Joachimsthal das bis heute funktionstüchtige Bergwerk, das älteste in Böhmen und wahrscheinlich auch in Europa. Es entstand im Jahre 1518 und in seiner zwölften als Grubensohle bezeichneten Etage, in einer Tiefe von 500 m unter der Erde befinden sich Quellen von Radonwasser, die unter anderem nach dem Akademiemitglied Běhounek oder Marie Curie–Sklodowská benannt sind.
Gegenwärtig werden in der 12. Sohle der Grube Eintracht (Svornost) vier Quellen genutzt: Das Wasser aus diesen Quellen wird in ein Becken in der 12. Etage geleitet und von dort auf eine Höhe von 400 m in ein Sammelbecken in der Grubensohle Barbara (Barbora) gepumpt. Von diesem Becken aus wird das Radonwasser dann in die Grubensohle Daniel und anschließend mittels einer Rohrleitung einer Gesamtlänge von ca. 3000 m in die einzelnen Bäderbetriebe geleitet.
RADON – RADIOAKTIVER BÖSEWICHT ODER GENIALER HEILPRAKTIKER?
Die Tiere einschließlich der Menschen entwickelten sich über Millionen Jahre in einem Milieu, das in verschiedenen Etappen mehr oder weniger eine ionisierende Strahlung hervorbrachte. Die Organismen hatten somit Zeit, natürliche physiologische Reaktionen zu entwickeln, die die Zellen vor einer radioaktiven Schädigung schützen. Es handelt sich überwiegend um Regenerationsprozesse. Auch die Menschen sind in der Lage, bis zu einem gewissen Maße auf die ionisierende Strahlung durch Aktvierung ihrer Regenerationsabläufe zu reagieren, und somit zu einer bestimmten Abhärtungen sowohl gegenüber der Radioaktivität, als auch unspezifisch gegen eine weitere physikalische und chemische Schädigung der Zellen fähig. Die Joachimsthaler Balneologie nutzt dieses Phänomen bei der Heilung von Krankheiten des Bewegungsapparates im weitesten Sinne des Wortes. Radon, bzw. das Radon-Isotop 222, ist ein chemisch inertes Gas, das in den erzgebirgischen Tiefen entspringt und sich in den unterirdischen Quellen aufl öst. Es ist einer Quelle weicher ionisierender Alpha-Strahlung. Bei einem Radonbad wird die Körperoberfl äche gewissermaßen einer Energiedusche von Radon-α-Teilchen ausgesetzt, womit eine Kette physiologischer Reaktionen in Gang gesetzt wird. Das Eindringen des Radons in den Blutkreislauf ist vernachlässigbar und die biologische Halbwertszeit (Ausscheiden des Radons aus dem Körper) beträgt 20 Minuten (somit die Dauer des Radonbades).
WELCHE WIRKUNGEN HABEN DIE RADONBÄDER AUF DEN MENSCHLICHEN ORGANISMUS?
Die Therapie besteht in der Kunst, das Heilmittel in optimaler Qualität und auch Quantität anzuwenden. Die Qualität des Radons ist die weiche α-Strahlung, die Quantität ist gerade die Kraft der Joachimsthaler Quellen und die seit Jahrhunderten bewährte Dosierung der Radonbäder. Ihre therapeutische Spanne beträgt 10 bis 24 Bäder einer Intensität von 4,5 – 5,5 kBq für die Dauer von jeweils 20 Minuten. Die absorbierte Energie stimuliert die Regeneration des Gewebes und die Entsorgung schädlicher oxydativer Stressfaktoren (zumeiste freie Radikale aus Chemikalien, industriell verarbeiteten Lebensmitteln und aus der Umwelt). Sie erhöht die Bildung von Hormonen, einschließlich schmerzlindernder, entzündungshemmender und geschlechtlicher Hormone. Sie aktiviert alle Komponenten des Immunsystems. Diese Prozesse werden während des Kuraufenthaltes gestartet und fi nden noch etwa weitere 4 – 6 Wochen nach dem letzten Radonbad ihre Fortsetzung. Nachfolgend tritt im Organismus eine Phase der Beruhigung der schmerzhaften und entzündlichen Beschwerden und die Verbesserung der Funktion aller Komponenten des Bewegungsapparates ein: der Gelenke, der Muskulatur, der Sehnen und der Versorgung der jeweiligen Gefäße und Nerven. Die Linderung hält in den meisten Fällen länger als ein halbes Jahr an, verbessert die Lebensqualität, verringert den Verbrauch an Analgetika und anderen Medikamenten.
UNNÖTIGE BEFÜRCHTUNGEN GESUNDHEITLICHER RISIKEN BEI RADONBÄDERN
Die meisten Menschen hören aus den Medien bezüglich der ionisierenden Strahlung überwiegend negative Informationen: Massenvernichtungswaffen, Strahlenkrankheit und Ähnliches. Eine Therapie mittels Strahlung bringen sie daher lediglich mit der Krebsbehandlung in Verbindung. Dabei ist die ionisierende Strahlung in den Händen eines Arztes weniger risikobehaftet als beispielsweise das Penizillin. An einer heftigen allergischen Reaktion auf Penizillin sterben auch heute Menschen. An einer medizinischen Bestrahlung ist bislang niemand gestorben. Jede physikalische Therapie gehört jedoch unter ärztliche Kontrolle, denn nur so kann die positive Seite dieser natürlichen Energie genutzt werden.
Die Gesellschaft Heilbad Joachimsthal AG ist Inhaber des Zertifi kats der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit für die Durchführung dieser Therapie und für die Maßnahmen hinsichtlich der absoluten Sicherheit sowohl der Patienten, als auch der Beschäftigten. Bestandteil des gesamten Komplexes des Joachimsthaler Heilbades ist auch das dosimetrische Labor, dessen Aufgabe eben in der Aufsicht über die Einhaltung der vorgeschriebenen Verfahren sowohl bei der Förderung des Radonwassers, als auch bei der anschließenden Verabreichung der Radonbäder in den Kureinrichtungen besteht. Regelmäßig und äußerst gründlich wird der Radongehalt des Wassers und auch der Luft verfolgt und kontrolliert, wobei jeder Patient beim Antritt der Kur im Sanatorium insgesamt sowohl klinisch als auch labortechnisch untersucht wird.
Der wohl beste Beweis der Sicherheit und Wirksamkeit der Joachimsthaler Therapie sind unsere Patienten, die seit zehn, zwanzig und auch dreißig Jahren wiederholt zu uns kommen. Dank der Behandlung mit Radon ist ihr Leben, häufi g trotz ernsthafter chronischer Erkrankungen, angenehmer geworden.